Chirotherapie/Manuelle Verfahren (Manuelle Therapie, „Osteopathie“ etc.)

Eine sogenannte  „Manipulation“ ist ein Handgriff, der eine Wirbelsäulenstruktur am Ende ihres natürlichen Spielraumes einen kurzen Weg mit einem schnellen Impuls über diese Grenze hinaus bewegen kann (soll). Dadurch sollen „Blockierungen“, d.h. gemutmaßte Bewegungsstörungen von Wirbeln und Gelenken ( in der Regel schlicht lokale Schmerzen)  gelöst werden. Ein Rückgang der Schmerzen und die Verbesserung der Beweglichkeit kann in einigen Fällen sofort eintreten, wenn auch oft  kurzfristig und nicht immer vollständig. Die genauen Mechanismen, von denen der Wichtigste ein potente Placebowirkung zu sein scheint, sind unbekannt. Trotz anhaltend großer Egos, Pseudo-Expertise und elitärem Gehabe der Anbieter manueller Verfahren aller Berufsgruppen wie Ärzten/ Physios/ „Osteopathen“ wird die wissenschaftliche Einschätzung der Datenlage manueller Methoden seit inzwischen 20 Jahren zunehmend negativ und die allermeisten ihrer Effekte angezweifelt, weshalb sie niemals die einzige oder zentrale Säule einer Behandlung darstellen sollten.  Unbestritten gibt es einige wenige Betroffene, die  substantielle Linderung durch den einen oder anderen Handgriff erfahren können. Gemessen an diesen wenigen Individuen sind aber manuelle Methoden weithin überschätzt, übergebraucht, und überbezahlt.

Ganz wichtig: Die lange Zeit von Chiro- und Manualtherapeuten verbreiteten Modelle von „verschobenen“ oder „rausgesprungenen“ Wirbel, „eingeklemmten“ Nerven, „verschobenen ISG“ / Becken-Schiefständen, „verklebter Faszien“ ( dem neusten Umsatz-Kaninchen aus dem Zauberhut der manuellen Industrie) oder unterschiedlich langen Beinen  sind widerlegt, sollten nicht mehr kommuniziert werden und tragen höchstens zum Vertrauensverlust des Patienten in die Belastbarkeit ihrer Wirbelsäule bei, was wiederum die Entstehung chronischer Schmerzen begünstigt.

In Kombination mit präventiver und selbstverantwortlich-aktiver Komponente kann  eine manuelle Unterstützung  in seltenen Fällen als Endpunkt einer angepassten Kräftesteigerung notwendig sein, um ein Behandlungsziel zu erreichen. Hierbei ist eine sanfte und präzise Durchführung, gefolgt von nachhaltigen Selbstbehandlungs-Maßnahmen, unabdingbar.